„Eine Stimme, die man sich merken muss" (OperaWire)
Geboren in Anhui, begann Yajie Zhang ihr Gesangsstudium in Shanghai, wo sie Mitglied des Zhou Xiao Yan Opera Centers war. Im Jahr 2020 schloss sie ihre Ausbildung mit einem Masterabschluss in Hannover ab. Sie war Mitglied des Internationalen Opernstudios der Bayerischen Staatsoper in München und von 2022–2024 Ensemblemitglied der Oper Leipzig, wo sie als Angelina in La Cenerentola, als Hänsel in Humperdincks Hänsel und Gretel sowie als Suzuki in Puccinis Madama Butterfly zu erleben war.
In der Spielzeit 2025/26 kehrte Yajie Zhang ans Opernhaus Zürich zurück, wo sie die Maddalena in Verdis Rigoletto sang. Im weiteren Verlauf der Spielzeit war sie als Wellgunde in Wagners Rheingold bei den Salzburger Osterfestspielen unter Kirill Petrenko und den Berliner Philharmonikern zu hören. Darüber hinaus wirkte sie u.a. in Haydns Nelson-Messe unter der musikalischen Leitung von Andrea Marcon im Wiener Musikverein sowie in Berios Folk Songs gemeinsam mit dem Musikkollegium Winterthur mit.
Die Spielzeit 2026/27 bringt ein weiteres wichtiges Rollendebüt: Yajie Zhang gibt ihr Debüt als Adalgisa in Norma am NCPA in Peking und kehrt danach an die Bayerische Staatsoper in München zurück – in der Neuproduktion der Götterdämmerung sowie in der Wiederaufnahme des Rheingold. Außerdem ist sie in einer Neuproduktion der Zauberflöte beim Beijing Music Festival zu sehen. Auf dem Konzertpodium singt sie u.a. Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 3 mit der Orquesta Sinfónica de Galicia in A Coruña unter Roberto González-Monjas.
Zu weiteren Höhepunkten der vergangenen Jahre zählen ihr Debüt an der Opéra National de Paris als Nancy Tang in Nixon in China, Flosshilde in Tobias Kratzers Neuinszenierung von Wagners Rheingold an der Bayerischen Staatsoper in München, ebenso wie die Titelrolle in Carmen mit dem Wuhan Philharmonic Orchestra. Darüber hinaus sang sie Nicklausse/Muse in Offenbachs Hoffmanns Erzählungen unter Pinchas Steinberg, Cherubino in Mozarts Le Nozze di Figaro sowie Stefano in Gounods Roméo et Juliette am NCPA in Peking.
2019 sang sie Beethovens Sinfonie Nr. 9 mit dem China Philharmonic Orchestra unter Yu Long beim Beijing Music Festival, gefolgt von einem aufsehenerregenden Kurzfrist-Einspringen beim Shanghai Symphony Orchestra unter Jukka-Pekka Saraste mit Mahlers Rückert-Liedern. Außerdem trat sie beim Shanghai Baroque Festival mit der Shanghai Camerata unter David Stern auf und sang Verdis Messa da Requiem in der Berliner Philharmonie mit dem DSO Berlin unter Eva Ollikainen.
Sowohl Mahlers Sinfonie Nr. 8 unter Yutaka Sado, live mitgeschnitten im Wiener Musikverein mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, als auch Mascagnis Zanetto – in dem sie die Titelrolle mit „warmem, in allen Lagen auffallend ebenmäßigem Mezzosopran" gestaltet (magazin.klassik.com) – live aus dem Konzerthaus Berlin, sind auf CD erschienen (Oehms Classics).
Yajie Zhang ist auch als Liedsängerin tätig und tritt regelmäßig gemeinsam mit dem Pianisten Hartmut Höll auf, zuletzt u. a. im Concertgebouw Amsterdam, beim Schleswig-Holstein Musik Festival, im Pierre-Boulez-Saal in Berlin, in der Redpath Hall in Montreal sowie in der Philharmonischen Halle in St. Petersburg.
Sie ist Preisträgerin zahlreicher Auszeichnungen, darunter der DEBUT Classical Singing Competition 2018, des Wettbewerbs Das Lied 2019 in Heidelberg, des Stanisław-Moniuszko-Gesangswettbewerbs am Teatr Wielki in Warschau sowie des Internationalen Opernwettbewerbs in Portofino. Bereits 2017 erregte sie als jüngste Teilnehmerin des Internationalen Gesangswettbewerbs in 's-Hertogenbosch großes Aufsehen, wo sie den Grand Prix, den Opernpreis und den Junior-Jury-Preis gewann. Yajie Zhang ist Stipendiatin der Richard-Wagner-Stiftung und der Lied-Akademie des Heidelberger Frühlings.
Stand: Mai 2026